Angsttherapie - Ängste regulieren mit Hypnose

Hypnotherapie kann helfen, die bisher als angstvoll empfundenen Situationen neu zu bewerten und zu gestalten. Diese eigene Gestaltungsfähigkeit kann (wieder) wahrgenommen und spürbar wirksam werden zur Regulierung der Alarmbereitschaftsreaktionen des Körpers.  

Die angstauslösenden Impulse können anders betrachtet werden durch therapeutisch geführtes Eintauchen in die eigenen inneren Wahrnehmungswelten. Vorallem durch Vorstellungen auf allen Sinnesebenen (Imaginationen) kann der Umgang und die Beziehung zu diesen Impulsen nützlich für den Alltag umgestaltet werden.

Was ist Angst?

Fühlen wir uns sicher? Oder besteht Gefahr im Raum? Oder sind wir vielleicht sogar in einer lebensbedrohlichen Situation? Ständige Sinnesinformationen aus der Umwelt erlauben dem Nervensystem unablässig, das potenziell bestehende Risiko für unseren Organismus wahrzunehmen.

Angst ist grundsätzlich

ein natürlicher Teil unserer Überlebensmechanismen. Sie hat große Bedeutung als Schutzmechanismus. Entwicklungsgeschichtlich gesehen hat sie sich im Gehirn entwickelt, um seinen Besitzer vor Angriffen auf Leib und Leben zu schützen. Sie hilft uns, indem sie uns bedrohliche Situationen vermeiden lässt. Unabhängig vom Bewusstsein schätzt das Nervensystem Gefahren der Umgebung ein und steuert unser Verhalten.

Wird Gefahr signalisiert, schaltet unser Gehirn auf Überlebensprogramm. Verschiedene Systeme, wie limbisches System mit der Amygdala (Mandelkern), Hypothalamus und das autonome Nervensystem reagieren blitzschnell, um die erforderlichen Körperreaktionen zu aktivieren. Ziel ist es, den ganzen Körper ruck-zuck in Alarmbereitschaft zu versetzen, um ihn zu retten. Je nach Situationsbewertung kommt es zu

  • Kampf-,
  • Flucht- oder auch
  • Erstarrungsreaktionen, wie Ohnmacht beispielsweise.

Schätzt die Großhirnrinde aufgrund von Erfahrungen und Wissen die Situation als ungefährlich ein, werden die Alarmsysteme wieder runtergefahren. Ganz allmählich lassen die körperlichen Empfindungen nach.

Wie nimmt Angst überhand?

Das limbische System speichert alle emotionsgeladenen Situationen mit den dazugehörigen Erlebnis-Elementen: wie beispielsweise einen bestimmten Gesichtsausdruck, eine Stimmung, eine Stimmlage, eine bestimmte Farbe, einen Geruch oder eine Melodie.

Alle zukünftigen Situationen und Erlebnisse werden in Millisekunden unterbewusst immer geprüft und verglichen mit früher erlebten Situationen. Erkennt das System einen Zusammenhang mit Bedrohlichem, schlägt es sofort  Alarm. Selbst wenn bewusst kein Grund zur Angst erkennbar ist, wird ein unangenehmes Gefühl im Bewusstsein signalisiert. Der Körper kann völlig anders reagieren, als man möchte.

Auch wenn man der Ursache für seine Angst ständig etwas, normalerweise Ungefährliches zugrunde legt, schlägt die Amygdala jedes Mal Alarm. Wir erschaffen sozusagen eine angstbesetzte Zukunftsphantasie, jedesmal wenn wir uns dieser vermeintlichen Ursache nähern. Die so ausgelösten Empfindungen verstärken den Eindruck, es würde sich tatsächlich um die Ursache der gerade empfundenen Angst handeln.

Es entwickelt sich eine Art negative Selbsthypnose: die eigene Aufmerksamkeit konzentriert sich zunehmend auf vermeintlich angstauslösende Ursachen – ein Tunnelblick entsteht. Die Furcht wächst. Unwillkürliche Körperreaktionen sind vorherrschend.

Könnte sich so ein Monolog Ihrer Amygdala, dem Hauptbestandteil Ihres Furchtnetzwerkes, anhören?

Was macht denn dieser Bewusstseins-Typ schon wieder? Fühlt sich unsicher und knüpft sich seine Horrorphantasien zusammen – och nein! Von all dem, was Augen, Ohren und der Rest senden, erkenne ich gar keinen Tiger … da draußen, … mmh, alles Mögliche ist da zu sehen und zu hören, irgendwie ziemlich normal: Autos, Bahn und Bus, Geschäfte, Straßen und ja, Menschen, eine ganze Menge; okay der Fahrstuhl wirkt ein bisschen eng, mmh der Typ da, guckt vielleicht ein bisschen komisch, der Hund schnuppert doch ganz friedlich vor sich hin, naja, der Chef hängt heute mal wieder den Superman raus, ach …, den Geruch, ja, den kenne ich? Erinnert mich auch an irgendetwas, aber was war das nochmal? Na, egal, wenn das angeblich alles Gefahr bedeutet, da fahre ich eben das ganze Programm hoch – blitzschnell, das kann ich super gut! Immerhin ein paar Millionen Jahre geübt:

  • Hypophyse anklingeln,
  • Kortisol ausschütten lassen,
  • Adrenalin und Noradrenalin in Schwingung bringen,
  • Durchblutung, Gefäße, Muskulatur: Alles auf hab Acht!

Und nun? Was nun? Flucht oder Lähmung? Kampf ist ja wohl ausgeschlossen? Ach, es reicht noch nicht zur Entscheidung? Na dann, auch noch Harnblase und Magen-Darm aktivieren, ein bisschen schwitzen und zittern hätte ich auch noch anzubieten – kein Problem!

Langsam geht mir das aber ziemlich auf die Nerven, diese Dauerbeanspruchung! Nur weil sich da vielleicht mal ein Erlebnis ein bisschen mit den falschen Emotionen verknüpft hat, immer gleich dieses Gefühl von Gefahr heraufbeschwören? Das heizt mich nämlich megamäßig an. Ich lasse mich ja gerne anmachen, wenn da draußen echt was los ist, aber so …

Ach wäre das wunderbar, wenn der Bewußtseins-Typ mir doch ein bisschen mehr vertrauen würde – ich bin doch für ihn da! Im richtigen Moment … und er sich dann einfach so, mal wieder öfter, auf die angenehmen Dinge des Lebens konzentrieren könnte … sich ruhig und sicher fühlen und mit Überblick durchs Leben gehen! Das gefällt mir nämlich auch sehr gut! Dann könnte ich mich auch wieder einmal erholen. Na, ob ich das noch erleben darf?

Ich glaube solange, stell ich einfach auf Autopilot, da läuft es halt noch effektiver. Dann kann der Bewußtseins-Typ nur noch um seine Gedanken kreisen. Vermutlich bleibt er dann nur noch daheim. Ist mir auch recht, da habe ich wenigstens meine Ruhe!

Fühlen Sie sich angesprochen?

Dann können Sie sehr gerne hier Kontakt aufnehmen.