Wie funktioniert HYPNOTHERAPIE und MEDIZINISCHE HYPNOSE?

Wie Hypnose, Hypnotherapie und auch sonst alle Heilungsprozesse funktionieren, hat bisher noch niemand genau aufschlüsseln können. Wir können ihre Wirkungen wahrnehmen und gut beschreiben. Hypnotherapie kann wirksam Einfluss nehmen auf unerwünscht wahrgenommene Prozesse, die automatisiert in uns ablaufen. 

Wie wir Probleme oder Symptome wahrnehmen ist das Ergebniss von Aufmerksamkeitsfokussierung. Der Fokuss und damit unsere Wahrnehmung kann geändert werden. Dadurch werden neuronale Netzwerke im Gehirn auf neuartige Weise verknüpft. Selbstheilungs- und Selbstregulationsprozesse können so zur Problemlösung angeregt werden.

Neuronale Netzwerke setzen sich aus Nervenzellen zusammen, die sich funktionsabhängig verknüpfen. Ihre Aktivierung führt unmittelbar zu vielfältigen Reaktionen auf Körperebene bis hinab auf Zell- und genetischem Niveau (Epigenetik).

Erleben wird durch Fokussierung unserer Aufmerksamkeit erzeugt

Erleben setzt sich aus verschiedenen Teilerlebnissen zusammen (Sehen, Riechen, Fühlen, Tasten usw.). Die Teilerlebnisse sind jeweils in einem neuronalen Netzwerk gespeichert. Die einzelnen Netzwerke verknüpfen sich zum Gesamt-Erlebnis-Netzwerk.

Die Erregung solcher Erlebnisnetzwerke kann bewusst, aber eben häufig auch unbewusst erfolgen. Dasjenige, worauf unsere Aufmerksamkeit gerichtet ist, wird intensiv wahrgenommen oder taucht überhaupt erst in unserer Wahrnehmung auf.

Unwillkürliches und Unbewusstes

Nicht alles Unwillkürliche ist unbewusst: beispielsweise ist rot-werden eine unwillkürliche Reaktion, die man bewusst wahrnimmt. Im Allgemeinen verstärkt sich der Prozess, je  mehr wie ihm Aufmerksamkeit schenken. Würden wir es gar nicht bemerken, würden wir es auch nicht als störend empfinden. Als störend und problematisch empfinden wir es, weil wir meinen, dass es von unserem Umfeld als Ausdruck von Unsicherheit bewertet wird.

Problemerleben

Ein Problem erleben wir, wenn wir uns eine bestimmte Entwicklung, eine bestimmte Körperreaktion, ein bestimmtes Erleben wünschen, aber beobachten, dass ein anderer Teil von uns, in eine andere Richtung reagiert. Willkürliches ′ICH′- Will und unwillkürliches ′ES′- geschieht sind nicht im Einklang.

Ob wir etwas als Problem erleben, hängt davon ab, ob wir unser Verhalten oder unsere Körperreaktionen als wünschenswert erleben oder als unangenehm und unerwünscht. Bei unerwünschtem Erleben fühlt sich unser ′ICH′ meist als Opfer der Reaktionen und will natürlich, dass lästige Reaktionen (Schmerzen, Angst, Allergien, Darmreaktionen usw.) aufhören. Sie sollen ausgemerzt werden.

Es kommt zum Kampf mit den unwillkürlichen Prozessen auf unbewusster Ebene. Dies führt zu einer abwertenden Haltung gegenüber dem eigenen Körper. Eine Mischung aus Angst, Wut, Selbstbeschimpfung oder Resignation entsteht. In dieser Kampfsituation werden neuronale Netzwerke im Gehirn aktiviert, die das Problemerleben erhalten und verstärken.

Ebene der bildhaften Prozesse

Was wir gegenwärtig erleben hängt davon ab, worauf unsere Aufmerksamkeit gerade gerichtet ist. Aufmerksamkeit knippst wie ein Lichtschalter bestimmte Erlebnisnetzwerke in unserem Gehirn an oder aus. So werden Erfahrungen aus der Vergangenheit, der Gegenwart oder auch zukünftig Vorgestelltes  zur gerade erlebten Gegenwart.

Aufmerksamkeit kann bewusst, aber eben auch sehr oft unbewusst auf ein bestimmtes Erleben gerichtet sein. Das, was wir in unserer Vorstellung durch Aufmerksamkeitsfokussierung bahnen, wird in unserem Gehirn sofort wortwörtlich umgesetzt. Dieser Prozess findet vorwiegend auf der Ebene des Stamm- und Zwischenhirns statt. Dort wird vorallem in Bildern gedacht.

Jeder kennt wohl das Beispiel mit dem rosaroten Elefanten: Denken Sie bitte nicht an einen rosaroten Elefanten! Was passiert? Sofort haben wir dieses Bild vor dem inneren Auge.

Der Zusammenhang zwischen gedanklichen Vorstellungen, inneren Bildern und körperlichen Reaktionen wird noch deutlicher beim erinnerten Traumerleben: erwachen wir aus einem Albtraum, schweißgebadet und mit Herzrasen, sind diese Körperreaktionen einfach das Ergebnis unseres eigenen inneren Bilderfilmes, der im Traum produziert wurde.

Wird uns allmählich bewusst, dass wir nur aus einem Traum aufgewacht sind, beruhigt sich der Körper sofort wieder. Oder unsere innere Traum-Bilder-Produktion wechselt selbstständig in einen angenehmen Bilderfilm und sofort reagiert der Körper, in dem er sich (wieder) wohlig entspannt mit Normalisierung von Körpertemperatur, Blutdruck und Herzfrequenz.

Das verdeutlicht, dass innerlich vorgestellte Bilder eine unmittelbare Körperreaktion ergeben verbunden mit einem Gefühl von angenehm oder unangenehm.

Nutzung in der Hypnotherapie

Hypnose und Hypnotherapie machen sich diese wohlbekannten Denk-Vorstellung-Körper-Kopplungen gezielt zu Nutze. In unserem vorgestellten Erlebnisraum können wir mit den Bilder- und Reaktionswelten unseres Unbewussten in Kontakt kommen.

Diese für die meisten Menschen bisher ungewohnten und anfänglich oft sehr überraschenden inneren Erlebniswelten können hilfreich umgestaltet werden. Durch die vorgestellte Umgestaltung wird den neuronalen Netzwerken eine neue Struktur angeboten. Neue Verbindungen werden in alt eingefahrenen neuronalen Netzwerken geknüpft. Neue Handlungsmuster werden angeregt. Zur Unterstützung dieses Prozesses werden Atmung, Körperkoordination, Mimik und Bewegung bewusst hilfreich eingesetzt, da sie ebenfalls engstens an unwillkürliche Prozesse gekoppelt sind.

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